Fortsetzung Teil 3 – 2) Hinweise für Feedback-Nehmer und 3) Umgang mit Kritik

Die innere Haltung und Einstellung ist beim Feedback-Geben und Feedback-Annehmen wichtig. Auch der Empfänger kann einiges beim Annehmen des Feedbacks beachten. Ein Feedback wird erst dann wirksam, wenn es auf einen Empfänger trifft, der von sich selbst eine gute Meinung hat und mit seinen Gefühlen umgehen kann. Der Empfänger kann so vielmehr vom Feedback profitieren. Der Erwerb eines positiven Selbstwerts stellt allerdings einen lebenslangen Lernprozess dar. Eine offene Einstellung seitens des Feedback-Nehmers, gepaart mit einem gesunden Selbstwertgefühl erleichtert dem Feedback-Geber seine Botschaft zu vermitteln. Niedrige Leistungsmotivation und eine fragile Persönlichkeit hingegen erschweren ein erfolgreiches Feedback.
Der Feedback-Geber und der Feedback-Nehmer müssen den jeweiligen Gesprächspartner mit Respekt behandeln. Der Feedback-Nehmer sollte mit einer dankbaren Einstellung aufmerksam zuhören, ausreden lassen und zuerst das Feedback wirken lassen, bevor er sofort beginnt zu antworten und sich gegebenenfalls zu verteidigen. Kontraproduktiv ist es, den anderen zu unterbrechen und sich sofort zu rechtfertigen. Allerdings muss der Feedback-Nehmer deutlich kommunizieren, wenn ein Feedback unerwünscht ist. Auch wenn er nur ein Feedback zu einem bestimmten Verhalten bekommen möchte, ist es hilfreich, dies klar und deutlich dem Feedback-Geber mittzuteilen. Die eigene Wahrnehmung ist subjektiv und Rückfragen können helfen, Missverständnisse zu klären. Die Nachricht sollte deshalb nicht gleich als persönliche Kränkung empfunden werden, allerdings muss bedacht werden, dass der Umgang mit positivem Feedback sehr viel leichter ist, als mit negativem Feedback.

 

3) Umgang mit Kritik

 

Die für kritisches Feedback empfohlene ‚Sandwich-Theorie’ , ein negatives Feedback zwischen zwei positiven Aussagen zu packen, ist meiner Meinung nach mit Vorsicht zu gebrauchen. Es kann passieren, dass Schüler nur die positive Mitteilung heraushören und das eigentliche kritische Feedback missverstehen. Schon Goethe schrieb: „Zwar hören wir gern, was unsre Meinung bestätigt, aber das Hören bestimmt die Meinung.“
Kritik wird dann als ‚abwertend’ wahrgenommen, wenn sie vom Feedback-Nehmer persönlich genommen wird. Dies jedoch kann der Feedback-Geber jedoch nicht immer beeinflussen, denn was persönlich ist oder nicht, definiert jeder für sich selbst. Eindrücke sind nicht falsch oder richtig, sondern subjektive Wahrnehmungen. Früher oder später wird jeder Mensch mit Kritik an sich oder seinem Verhalten konfrontiert und es liegt an uns zu lernen, damit umzugehen. Für den Feedback-Nehmer ist dann ein kritisches Feedback erfolgreich, wenn er lernt dieses für sich zu deuten und aufkommende negative Gefühle schneller zu verarbeiten. Nagender Selbstzweifel, Selbstverurteilung und schlechte Laune sind Zeichen, dass der Feedback-Nehmer den Umgang mit Kritik von außen noch verbessern kann. Es liegt an uns, Kritik als ein Geschenk zu verstehen und als Chance zur Veränderung.
Eine offene Einstellung erleichtert einen positiven Umgang mit kritischem Feedback. Eine negative Interpretation des Feedbacks seitens des Feedbacks-Nehmers kann die Beziehung zwischen den beiden Gesprächspartner belasten, vor allem dann, wenn Gefühle von Kränkung und Ablehnung nicht offen angesprochen werden. Der Feedback-Geber muss dem Gesprächspartner aber auch die Zeit geben, das Feedback ‚zu verdauen’ und über dieses nachzudenken.
Der Feedback-Geber kann mittels seiner Wortwahl ganz wesentlich entscheiden, wie seine Nachricht aufgenommen werden soll. Oft haben Worte ungeahnte Auswirkungen und
meistens wird erst dann ihre Kraft bewusst, wenn die Reaktion des Empfängers sichtbar wird.

Fortsetzung folgt… Nächster Teil: Die Macht der Wörter

Danke fürs Lesen!

(Aus technischen Gründen, können die Fußnoten leider nicht angezeigt werden. Ich werde das vollständige Quellen- und Literaturverzeichnis veröffentlichen.)

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